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Sonnenschutz


Als Risikofaktoren f√ľr die Entstehung von Hautkrebs gelten heutzutage die Vererbung, die Anzahl von Pigmentmalen, ein heller Hauttyp und vor allem die √ľberm√§ssige Sonnenexposition verbunden mit Sonnenbr√§nden, speziell in der Kindheit. Insbesondere die Tatsache, dass kleine Kinder schon innerhalb der ersten Lebensjahre oft in den "sonnigen S√ľden" verreisen, tragen zum immer h√§ufigeren Auftreten von Hautkrebs bei.


 

Sonnenlicht: gute und böse Seiten


Die sch√∂nen Seiten des Sonnenlichts sind der sichtbare Anteil, welcher die Menschen erfreut und die Seele erhellt sowie das Infrarot, welches K√∂rper und Psyche erw√§rmt. Problematisch ist prim√§r das ultraviolette Licht. Insbesondere das energiereiche UVB ist f√ľr die akute Auswirkung "Sonnenbrand" und den Sp√§tschaden Hautkrebs verantwortlich. Aber auch das etwas langwelligere UVA hat unerw√ľnschte Wirkungen, vor allem die "Sonnenallergie" und die vorzeitige Hautalterung mit Bildung von Falten, Verlust der Hautelastizit√§t und Entstehung von Pigmentflecken (zu unrecht als "Altersflecken" bezeichnet).

Unter UV-Strahlung versteht man das unsichtbare, energiereiche Licht, das ein Teil der Sonnenstrahlung ist. Die UV-Strahlung ist hauptverantwortlich f√ľr Alterungssch√§den an der Haut.

 

UV-Strahlung Wellenlänge Energie Wirkung
UVA 320-400¬Ķm Mittlere Energie Hautalterung, in hohen Dosen Hautkrebs, Sofort- und Sp√§tbr√§unung
UVB 280-320¬Ķm Hohe Energie Sonnenbrand, Hautkrebs, zus√§tzliche Sp√§tbr√§unung


 

 

Empfindlichkeit der Haut. Die Reaktion Ihrer Haut auf den Einfluss von Ultraviolett-Strahlung ist vor allem vom persönlichen Hauttyp abhängig.

 

Hauttyp Beschreibung Sonnenbrand Bräunungsreaktion
I Haut: auffallend hell, blass, viele Sommersprossen
Haare: rötlich
Augen: gr√ľn, blau, selten braun
immer, schwer, schmerzhaft keine Bräunung, auch nach 1-2 Sonnentagen noch weiss, Haut schält sich
II Haut: etwas dunkler als Typ I, selten Sommersprossen
Haare: blond bis braun
Augen: blau, gr√ľn, grau
meistens, schwer, schmerzhaft kaum, Haut schält sich
III Haut: hellbraun
Sommersprossen: keine
Haare: dunkelblond, braun
Augen: grau, braun
seltener, mässig, gut
IV Haut: braun
Sommersprossen: keine
Haare: dunkelbraun, schwarz
Augen: dunkel
kaum schnell und tief

 

Hauttyp I und II sind besonders gefährdet Hautkrebs zu entwickeln. Hier hat der Sonnenschutz einen besonders hohen Stellenwert.


 

Risikominderung durch richtiges Verhalten


Die Erfahrungen aus Australien, also dem Land mit der h√∂chsten Hautkrebsh√§ufigkeit √ľberhaupt, zeigen, dass mit einem richtigen Verhalten, also einer konsequenten Vorbeugung die H√§ufigkeit der Hautkrebsentstehung massiv verringert werden kann. Folgende Verhaltensrichtlinien sollten beachtet werden:


Zwischen 11.00 und 15.00 ist es Zeit f√ľr eine Siesta im Schatten.

Sonnenschutz


 

UV-Spektrum


√úber die Mittagszeit, wenn die Sonne im Zenit steht, ist die UVB-Strahlung besonders intensiv. Wenn diese harte Strahlung vermieden wird, kann das Risiko schon deutlich reduziert werden. Machen Sie es wie die Menschen im Mittelmeerraum: Ziehen Sie sich √ľber die Mittagszeit zur Siesta in den Schatten zur√ľck.


 

Die 4-H-Regel


Darunter versteht man die Verwendung von breitkrempigen H√ľten, von Hemden, Hosen und Sonnenschutzmitteln mit hohen Lichtschutzfaktoren. Bei der Wahl der Textilien sollte daran gedacht werden, dass die UV-Durchl√§ssigkeit unterschiedlicher Stoffe sehr verschieden sein kann.


 

Sch√ľtzt Schatten vor Sonnenbrand ?


Schatten durch B√§ume, Sonnenschirme etc. sch√ľtzt nur zu ca. 50% (Sonnenschutzfaktor 2). Auch bei bew√∂lktem Himmel ben√∂tigen lichtempfindliche Personen (Hauttypen I und II) einen Sonnenschutz.


 

Lichtschutzfaktor und Textilien


Der Lichtschutzfaktor gibt an, wieviel mal I√§nger Sie -verglichen mit ungesch√ľtzter Haut- die Sonne ohne Sonnenbrand genie√üen k√∂nnen. Beachten Sie dabei, dass die sonnenbrandfreie Zeit nicht beliebig steigerbar ist:

Diese Faustregel gilt nur bis Lichtschutzfaktoren von maximal 30!

Daher sollten Sie ggf. zusätzlich Kleidung als Sonnenschutz anziehen, welche folgenden Lichtschutzfaktor aufweist:

Dichte Baumwollkleidung: ca. 40
Leichte Baumwollkleidung: ca. 10
Schatten unter einem Baum: ca. 5-15
Schatten unter einem Sonnenschirm: ca. 5
Sonnenhut mit breitem Rand: ca. 10

Seit kurzem sind spezielle Textilien mit eingebautem UV-Schutz auf dem Markt. Beachten Sie die entsprechenden Angaben auf der Etikette.

Ihr Hautarzt gibt Ihnen gerne weitere Ausk√ľnfte. Bitte z√∂gern Sie nicht, Ihren Fachmann zur Beantwortung von Fragen zu diesem wichtigen Thema zu rate zu ziehen!


 

Wie werden Sonnenschutzmittel ausgewählt?


Sonnenschutzmittel sind immer dann besonders wichtig, wenn die prim√§ren Schutzmassnahmen (Hut, Hemd, Hose, Schatten) nicht gen√ľgen. Sie werden prim√§r aufgrund ihres UVB-Schutzfaktors ("Sonnenbrandfaktor") charakterisiert. Er dr√ľckt aus, wieviel mal l√§nger man nach Anwendung des Produktes an die Sonne gehen darf, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Dank der heute weitgehend angeglichenen und europ√§isch standardisierten Testmethoden lassen sich diese Faktoren miteinander vergleichen. In der Regel werden Schutzfaktoren zwischen 15 und 20 empfohlen. Bei extrem empfindlichen Personen oder vorbestehenden Hauterkrankungen k√∂nnen h√∂here Werte n√∂tig sein. Experten stellen jedoch fest, dass Werte √ľber 30 weder notwendig noch exakt bestimmbar sind und den Konsumenten verf√ľhren, sich noch l√§nger der Sonne auszusetzen. Beh√∂rdlicherseits wird deshalb vorgeschlagen, Sonnenschutzpr√§parate h√∂chstens bis zum Faktor 30 auszuweisen. H√∂here Werte sollen mit 30* charakterisiert werden.


 

Merke:


Sonnenschutzmittel sind nicht dazu da, ein l√§ngeres "Grillen" an der vollen Sonne zu erm√∂glichen, sondern die Haut bei unvermeidlichen Sonnenkontakten zu sch√ľtzen. Weniger einheitlich ist die Angabe von UVA-Faktoren. Das Problem liegt darin, dass die typischen UVA-Sch√§den chronischer Natur sind (vorzeitige Hautalterung) und sich nicht in einem kurzen Experiment nachvollziehen lassen. Die als Ersatz verwendeten Modelle (IPD, PPD) sind von fraglicher Aussagekraft und geben dem Anwender keinen konkreten Verhaltenshinweis.

Eine einfache und f√ľr jedermann verst√§ndliche Charakterisierung gibt die australische Beh√∂rde, welche fordert, dass ein Produkt nur dann als "gegen UVA-sch√ľtzend" gekennzeichnet werden darf, wenn im photobiologisch gef√§hrlichen UVA-Bereich zwischen 320 und 360 ¬Ķm bei allen Wellenbereichen mindestes 90% der Strahlung eliminiert wird. Der Beitrag der Infrarot-Strahlung zu den unerw√ľnschten Sonnenlichtwirkungen ist vernachl√§ssigbar. Die Angabe von IR-Schutzfaktoren auf Sonnenschutzmitteln tr√§gt somit nur zur Verwirrung des Konsumenten bei, um so mehr als keine allgemein akzeptierte Methode zur Bestimmung existiert.


 

Worauf sollte der Konsument bei der Wahl eines Sonnenschutzmittels weiter achten?


Weitere f√ľr die Erh√∂hung des praktischen Nutzens wichtige Angaben, welche von Sonnenschutzmitteln
gefordert werden sollten, sind z.B.:

 

Pfeil Ist das Produkt wasserfest?
Pfeil

Wie wurde die Wasserfestigkeit gemessen?

Pfeil

Ist das Produkt schweissfest?

Pfeil

Ist das Präparat abreibfest?

Pfeil Was ist im Präparat enthalten (gibt es eine vollständige Deklaration der Inhaltsstoffe)?
Pfeil

Enthält das Produkt Konservierungsmittel?

Pfeil Ist es parf√ľmiert?
Pfeil Ich habe eine bekannte Allergie auf den Stoff XY. Welches Produkt kann ich verwenden?
Pfeil Enthält das Präparat UV-Absorber und/oder Mikropigmente?


Zu allen diesen Fragen erhalten Sie eine kompetente Beratung bei Ihrem Hautarzt.


 

Kinder sind besonders empfindlich


Ein ganz spezielles Augenmerk sollte dem Schutz der Kinderhaut gegeben werden. S√§uglinge und Kleinkinder unter 24 Monaten m√ľssen g√§nzlich vor direktem Sonnenlicht gesch√ľtzt werden, da ihre Haut extrem d√ľnn ist und noch keine nat√ľrliche Lichtschwiele bilden konnte. H√§ufige Sonnenbr√§nde in der Jugend (vor dem 14. Lebensjahr) sind ein wichtiger Risikofaktor f√ľr die sp√§tere Entstehung von Hautkrebsarten. Bei Kindern unter einem Jahr empfiehlt der Hautarzt die Verwendung von Sonnenschutzmitteln ohne chemische UV-Filter. Der Grund daf√ľr ist die noch nicht voll ausgereifte Barrierefunktion der S√§uglingshaut und das daraus abzuleitende theoretische Risiko einer Aufnahme von chemischen Filtern in den K√∂rper. Deshalb stehen f√ľr diese Gruppe Produkte im Vordergrund, deren Schutz auf einer rein physikalischen Reflektion der UV-Strahlung an mikroskopisch kleinen Spiegelchen, den sogenannten Mikropigmenten beruht. Auch sollten keine Konservierungsmittel, Parf√ľmstoffe oder Emulgatoren in Sonnenschutzmitteln f√ľr die empfindliche Kinderhaut vorhanden sein. Bei grossen Kindern treten praktische Aspekte in den Vordergrund. Hier ist es wichtig, dass die Schutzwirkung trotz k√∂rperlicher Aktivit√§t, spielen, baden, schwimmen etc., voll intakt bleibt. Gefragt ist deshalb eine ausgepr√§gte Wasserfestigkeit, verbunden mit Schweissfestigkeit und Abreibfestigkeit. Diese Wirkungen wurden fr√ľher durch fettreiche, wasserabstossende Salben und √Ėle erreicht, die allerdings kosmetisch unbefriedigend waren und oft nicht angewandt wurden. Dank moderner Grundlagensysteme gelingt es, diese Nachteile zu beseitigen: Mit speziell konzipierten Liposomen werden die UV-Filter in die Hornschicht eingeschleust, wodurch sie nicht mehr entfernbar sind. Gleichzeitig verringert sich die Aufnahme der chemischen Filter durch die Haut hindurch.